Extreme Hitze treibt den Trinkwasserbedarf in Rhein-Main auf Rekordhöhe

Hessenwasser: Höchste Tagesabgabe seit über 10 Jahren

Hoch „Annelie“ bringt die Pumpen der Wasserwerke auf Touren wie lange nicht. Bereits am Donnerstag rauschten nach Angaben des regionalen Wasserversorgers Hessenwasser bei Temperaturen von bis zu 37°C rund 398.000 Kubikmeter durch die Leitungen. Dies sei die höchste Tagesabgabe seit über 10 Jahren. Tendenz steigend. Zum Vergleich: am verbrauchsärmsten Tag des Jahres, üblicherweise ist dies der 1. Weihnachtstag, beträgt der Bedarf nur etwa die Hälfte.

„Die Beherrschung derart extremer Verbrauchsspitzen ist keine Selbstverständlichkeit“, stellt Norbert Siegmund, stellvertretender Geschäftsführer der Hessenwasser, fest. Er erinnert an das Jahr 1992, in dem eine ausgedehnte Trockenperiode die Landesbehörden dazu veranlasste, im Rhein-Main-Raum einen „Wassernotstand“ auszurufen. „Der regionale Leitungsverbund und eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung sorgen heute für ein sicheres Wasserdargebot und einen Mengenausgleich über die Region“, stellt Siegmund fest und ergänzt, dass extreme Hitzeperioden nach den Prognosen von Klimaforschern zukünftig häufiger auftreten und länger andauern sollen. Siegmund stellt fest: „Besonders deutlich wird die aktuelle Notwendigkeit der Sicherung und des Ausbaus des regionalen Leitungsverbunds wie ihn die Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein Main (WRM) in ihrer Situationsanalyse seit längerem fordert“. Dabei komme der Bedarfsdeckung von kurzfristigen Tagesspitzen eine besondere Bedeutung zu. Den Kritikern der regionalen Wassergewinnung hält Siegmund entgegen: “Die Menschen und Unternehmen der hiesigen Metropolregion haben einen Anspruch darauf, ausreichend Trinkwasser insbesondere auch in Hitzeperioden zur Verfügung zu haben“. Für eine zuverlässige Versorgung seien sowohl die technischen Anlagen wie auch die Gewinnungsmengen daher stets auf diesen Spitzenbedarf auszurichten.