Wasserexperten warnen vor Versorgungsrisiken in Rhein-Main

Dr. Hubert Schreiber


Politik soll klare Rahmenbedingungen für mehr Versorgungssicherheit schaffen.

In einer aktuell vorgelegten Analyse kommt die Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main (WRM) zu einer kritischen Bewertung der Versorgungssicherheit bei der Trinkwasserversorgung der Metropolregion. Das Fazit der umfangreichen Studie zur „Bewertung der Gefährdungen der überörtlichen Wasserbeschaffung“ ist eindeutig. Ohne den kurz- bis mittelfristigen Ausbau der regionalen Leitungsinfrastruktur und die Erteilung langfristig nutzbarer Wasserrechte in erforderlichem Umfang, so das Fazit der Untersuchung, seien signifikante Versorgungsdefizite und Teilausfälle bei der überörtlichen Wasserbeschaffung in den kommenden Jahren nicht auszuschließen. Als besonders sensibel wird die fehlende Absicherung der Transportleitung aus dem Hessischen Ried bewertet. Ein unvorhergesehener Ausfall dieser Hauptversorgungsader, über die bis zu 60% der in den Versorgungsbereichen Frankfurt und Wiesbaden benötigten Wassermengen geliefert werden, sei bereits nach kurzer Ausfallzeit nicht mehr beherrschbar.

Als Begründung für den Investitionsstau beim Ausbau der Versorgungsinfrastruktur wird unter anderem auf die Preissenkungskampagne der Hessischen Kartellbehörde verwiesen.

Nach Ansicht der Experten ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen notwendig, um Abhilfe zu schaffen. Als wesentliche Elemente zur Sicherung der Wasserversorgung der Metropolregion Rhein-Main werden genannt:

  • Den Bau einer zweiten Riedleitung.

  • Die Schaffung einer Leitungsverbindung zwischen Mainz und

    Wiesbaden.

  • Die technische und wasserrechtliche Einbindung mittelhessischer Wasserressourcen in den südhessischen Leitungsverbund.

  • Die Nutzbarkeit der erforderlichen Grundwassermengen durch Erteilung entsprechend ausgestalteter langfristiger Wasserrechte im Hessischen Ried.

  • Die Erhaltung und Optimierung der Aufbereitungs- und Infiltrationsanlagen des Wasserverbandes Hessisches Ried (WHR) zur Grundwasseranreicherung.


    Für die dringend notwendigen wasserwirtschaftlichen und naturräumlichen Entscheidungen mahnt die WRM daher die gemeinsame Abstimmung von Umsetzungskonzepten bei den Verantwortlichen in den Kommunen und der Landespolitik an.