Sichere Wasserversorgung trotz Hitzewelle

Dr. Hubert Schreiber


Hessenwasser: Infrastruktur ist auf Bedarfsspitzen ausgelegt.

„Szenarien mit drohendem Wassernotstand im Rhein-Main-Gebiet gehören eindeutig der Vergangenheit an. Die Hitzewelle, die seit Anfang Juli Deutschland im Griff hat, führt bei uns nicht zu Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung“. Wulf Abke, Geschäftsführer des regionalen Wasserversorgers Hessenwasser, zerstreut Bedenken, dass das kostbare Nass knapp werden könnte, auch wenn bei solchen Extremtemperaturen der Trinkwasserbedarf deutlich in die Höhe schnellt. „Zurzeit geben wir täglich bis zu 360.000 m3 Trinkwasser ab“, erläutert Abke. „Dies sind gut 30% mehr als im Durchschnitt“. Hessenwasser stellt das Trinkwasser für rund 2 Millionen Menschen im Ballungsraum Rhein-Main bereit.

Die Wassergewinnungsanlagen der Hessenwasser seien derzeit gut ausgelastet und auch die großen Transportleitungen, die das Trinkwasser in der Region verteilen, sind bei diesen Tagesabgabemengen stark beaufschlagt“, führt Abke weiter aus. „Unsere Anlagen- und Transportkapazitäten sind auf Spitzenbedarfszeiten wie der jetzigen Hitzeperiode ausgelegt, um auch bei langen heißen Perioden die Wasserversorgung zu gewährleisten“, so Abke weiter. Aufgrund der strukturellen Gegebenheiten im Ballungsraum, in dem Gebiete mit hohem Grundwasserdargebot und geringerem Bedarf den Zentren mit hohem Bedarf und geringem Dargebot gegenüberstehen, wurde ein komplexes Verbundleitungssystem entwickelt, dass für die Sicherung der Trinkwasserversorgung besonders in Zeiten des Spitzenbedarfs unabdingbar sei. Dieses System habe sich bewährt und es gelte, diesen hohen Stand an Sicherheit und Zuverlässigkeit zu wahren und entsprechend weiterzuentwickeln.

Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der öffentlichen Wasserversorgung stünden bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Dies habe sich in Umfragen immer wieder gezeigt. „Die Verbraucher sagen uns ganz deutlich, dass für sie die Versorgungssicherheit und Qualität der öffentlichen Trinkwasserversorgung einen hohen Stellenwert hat. Wir sind aufgefordert, diese Erwartung und dieses Vertrauen nicht durch eine einseitige Fixierung auf ökonomische Belange zu verspielen“, mahnt Abke, der seit dem 1. Juli als Vizepräsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auch die wasserwirtschaftlichen Belange des größten Branchenverbandes vertritt.