Sanierung der Behälteranlage Haßloch - ein erster Schritt

Im März startete die Sanierung des ersten Behälters der Druckerhöhungsanlage im Rüsselsheimer Stadtteil Haßloch. Ziel des auf mehrere Jahre angelegten Projektes ist es, alle vier Behälter der Mitte der Sechzigerjahre errichteten Behältergruppe sukzessive komplett instand zu setzen. Als erste Maßnahme wird derzeit die Außenabdichtung eines Behälters erneuert. Die Arbeiten sollen im Mai abgeschlossen sein.

Die Sanierung der vier Haßlocher Behälter erfolgt schrittweise, damit die betreffende Kammer während der Arbeiten außer Betrieb genommen werden kann. Drei Viertel der Speicherkapazität von insgesamt 40.000 m³ Wasser können so weiterhin genutzt werden. „Das sukzessive Vorgehen bietet uns auch die Möglichkeit, bei der Sanierung der ersten Kammer Erfahrungen zu sammeln, die in die Folgearbeiten einfließen können“, sagt Diplom-Ingenieur Helmut Richter, Leiter des Bereichs Anlagen- und Bautechnik bei Hessenwasser.

Vor Beginn der Arbeiten wurde in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde sichergestellt, dass die Eingriffe in Fauna und Flora möglichst gering sind. Erst nach Umsiedeln der auf dem Betriebsgelände lebenden Zauneidechsen wurde eine Baustraße geschaffen. Im März entfernte ein Bagger – nach vorheriger naturschutzfachlicher Begehung - die Erdüberdeckung und legte die Außenhülle des Behälters frei. Noch im April wird die alte Beschichtung entfernt und durch eine neue, bessere ersetzt. Anschließend wird eine Estrichschicht aufgebracht, so dass der Behälter wieder mit Erdreich bedeckt und mit einer biotopgerechten Rasenmischung begrünt werden kann.

Die Kosten für die Außensanierung des ersten Behälters belaufen sich auf schätzungsweise 400.000 Euro. Den Auftrag vergab Hessenwasser an ein hessisches Unternehmen, das auf Arbeiten im und an Wasserbehältern spezialisiert und entsprechend zertifiziert ist.

Für die neue Außenhülle wurde ein doppellagiges Verbundmaterial gewählt. Die äußere Lage besteht aus einer Polyethylen-Folie, bei der inneren Lage handelt es sich um eine Tonschicht. Diese Hülle bietet gegenüber Bitumenbahnen, wie sie bei der Errichtung eingesetzt wurden, Vorteile im Hinblick auf Verarbeitung und die Haltbarkeit. „Dieses Sanierungsverfahren stellt die optimale Lösung in Bezug auf Kosten und Beständigkeit dar“, sagt Richter.

Haßlocher Anlage ist essentiell für Betrieb der Riedleitung

Das Trinkwasser aus dem Hessischen Ried wird über eine 35 km lange Trinkwasserleitung, die sogenannte Riedleitung, in den Ballungsraum transportiert. Die Druckerhöhungsanlage Haßloch und die Behälteranlage mit einer Kapazität von 40.000 m³ sind essentiell für die Versorgung des Ballungsraums. Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit wird die Riedleitung langfristig durch eine Parallelleitung ergänzt. Der erste neue, vier Kilometer lange Leitungsabschnitt entsteht derzeit zwischen Haßloch und dem Bauwerk 42 in Raunheim. Zu den Vorbereitungen für das Leitungsprojekt gehörte unter anderem der Bau einer zweiten Saugleitung in Haßloch, über die das Wasser vom Bedienungshaus der Wasserbehälter in die Pumpenhalle gelangt. Diese Arbeiten wurden bereits im Winter 2013/2014 abgeschlossen.