29.06.2026
“Versorgungssicherheit muss für Spitzenlastphasen neu gedacht werden”
Die historische Hitzewelle mit ihrem Höhepunkt am vergangenen Wochenende hat bei Hessenwasser zu außergewöhnlich hohen Abgabemengen geführt. Dabei lag die Trinkwasserabgabe sechs Tage in Folge bei über 400.000 Kubikmetern. An vier Tagen wurde zudem der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2019 von 426.312 Kubikmetern überschritten. Der neue Höchstwert wurde am Donnerstag, 25. Juni 2026, mit 440.796 Kubikmetern erreicht.
„Während der bisherige Spitzenwert 2019 vor allem durch eine besonders hohe Abnahme unserer damals bestehenden Kunden geprägt war, beliefern und unterstützen wir heute als Wasservorversorger zusätzlich weitere Kunden und kommunale Weiterverteiler in der Region – in diesen Tagen insbesondere, um deren Spitzenbedarf abzudecken. Das bestätigt die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit in der Wasserversorgung”, sagt Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat.
Die anhaltend hohen Temperaturen und die damit verbundenen Spitzenlasten waren wie erwartet ein Belastungstest für die wasserwirtschaftliche Infrastruktur in der Rhein-Main-Region. Jreisat sagt: „Die Infrastruktur wird durch solche außergewöhnlichen und lang andauernden Spitzenbedarfe extrem belastet. So viele aufeinanderfolgende heiße Tage und tropische Nächte im Juni vor den hessischen Sommerferien – das war ein regelrechter Stresstest.“ Dieser betraf insbesondere elektrische und technische Anlagen, die sich auch in den Nächten nur geringfügig abkühlen konnten. Eventuelle technische Störungen können während solcher Spitzenlastzeiten größere Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung haben.
„Die Hitzewelle macht deutlich, dass Versorgungssicherheit für Spitzenlastphasen wie dieser umfassend und langfristig neu gedacht werden muss“, so Jreisat. Entscheidend sei, die Wasserinfrastruktur in der Region gezielt widerstandsfähiger zu machen. Dazu gehörten insbesondere zusätzliche Speicher- und Pufferkapazitäten, ein leistungsfähiges und möglichst redundantes Leitungsnetz, weitere Einspeisemöglichkeiten sowie die Absicherung kritischer technischer Anlagen gegen lang anhaltende Hitze- und Spitzenlastphasen. „Diese Aufgabe kann nur gemeinsam in der Region gelingen – mit den Kommunen, dem Land Hessen und den beteiligten Wasserversorgern“, so Jreisat. Hessenwasser setze sich deshalb für die Umsetzung der Maßnahmen ein, die in der Situationsanalyse der Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main beschrieben sind.
Die Grundwasserstände bewegen sich jahreszeitlich entsprechend weiter im mittleren Bereich. Die Niederschläge des hydrologischen Winterhalbjahres sowie die Infiltration von aufbereitetem Oberflächenwasser im Zustrom unserer Gewinnungsanlagen tragen dazu bei, die Grundwasserstände zu stabilisieren. Hessenwasser betont dabei weiterhin, dass ein sorgsamer und bewusster Umgang mit Trinkwasser gerade auch in diesen Zeiten wichtig ist.