23.06.2026
Die derzeitige Hitzewelle hat zu einem weiteren Ansteigen des Trinkwasserbedarfs geführt. Am bisherigen Spitzentag, dem 22. Juni 2026, wurden von Hessenwasser 396.000 Kubikmeter Trinkwasser abgegeben. Der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2019 mit 426.312 Kubikmetern wurde damit noch nicht erreicht.
Hessenwasser ist für Trockenperioden grundsätzlich gut aufgestellt. Dazu tragen der regionale Leitungsverbund und die aktive Grundwasserbewirtschaftung in den Gewinnungsgebieten im Hessischen Ried und im Frankfurter Stadtwald bei. Dort wird aufbereitetes Oberflächenwasser aus Rhein und Main gezielt zur Grundwasseranreicherung eingesetzt, sodass auch bei langen Trockenperioden ausreichende Grundwasserressourcen zur Verfügung stehen.
Zudem ist die Ausgangslage nach dem hydrologischen Winterhalbjahr günstig: Die Niederschläge haben dazu beigetragen, die Grundwasserstände zu stabilisieren.
Breite Aufstellung der regionalen Wasserversorgung
Das Trinkwasser im Versorgungsbereich von Hessenwasser stammt aus mehreren Gewinnungsgebieten und Wasserwerken. Über ein leistungsfähiges Leitungsverbundsystem sind die verschiedenen Wasserwerke und Gewinnungsgebiete miteinander vernetzt. Dadurch können Fördermengen flexibel gesteuert und Kapazitäten einzelner Gewinnungsgebiete bei Bedarf ausgeglichen werden.
Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat ordnet ein: „Für uns als Vorlieferanten ist die zunehmende Abdeckung des Spitzenbedarfs kein Problem der Grundwasserressourcen. Die eigentliche Herausforderung liegt in solchen Phasen in den technischen Kapazitäten von Wasserwerken, Speichern, Pumpwerken und Transportleitungen, die die hohen Wassermengen innerhalb kurzer Zeit bereitstellen und verteilen müssen.“
Gleichzeitig ist zu beachten, dass eventuelle großtechnische Störungen während solcher Spitzenlastzeiten größere Auswirkungen haben könnten als an Tagen mit durchschnittlichem Verbrauch. Umso wichtiger sind kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur und die weitere Umsetzung regionaler Vorsorgekonzepte für die Wasserversorgung.
Vor diesem Hintergrund setzt sich Hessenwasser für die Umsetzung der Maßnahmen aus der Situationsanalyse der Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main ein (WRM) ein. Ziel ist es, die Wasserversorgung langfristig an die Folgen des Klimawandels, veränderte Verbrauchsmuster und den steigenden Spitzenbedarf anzupassen.
Bereits in den vergangenen Jahren hat Hessenwasser umfangreich in die Versorgungsinfrastruktur investiert. Dazu zählen insbesondere das neue, infiltrationsgestützte Wasserwerk Allmendfeld sowie der Bau der redundanten Riedleitung. Beide Projekte stärken die Versorgungssicherheit und erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Versorgungssystems.