Integrierte Grundwasserbewirtschaftung ist aktiver Klimafolgenschutz

Hessenwasser: Bundesweit beispielhafte Lösung

"Die großen globalen Herausforderungen verstellen manchmal den Blick auf die lokalen Erfolge.“ Wulf Abke lenkt anlässlich der Klimakonferenz in Kopenhagen die Perspektive auf die Klimafolgen unmittelbar vor seiner Haustür. Abke ist als Geschäftsführer der Hessenwasser mit Sitz in Groß-Gerau nicht nur verantwortlich für die Trinkwasserversorgung von 2 Millionen Menschen im Rhein-Gebiet. Sein Unternehmen betreibt auch die Anlagen des Wasserverbands Hessisches Ried, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, die im Hessischen Ried für eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung und die Bereitstellung von landwirtschaftlichem Beregnungswasser zuständig ist. „Die Gründung des Wasserverbands Hessisches Ried vor 30 Jahren war ein zukunftsweisender Schritt hin zu einer weitgehend klimaunabhängigen Bewirtschaftung des Grundwassers im Hessischen Ried. Die integrierte und nachhaltige Bewirtschaftung dieser für die Region und den Ballungsraum zentralen Ressource aus einer Hand ist ein Ansatz, der bundesweit als beispielhaft gelten darf“, so Abke. Die Nutzung des Grundwassers für die Wasserversorgung und die ökologische Grundwasseranreicherung durch die kommunal getragene Hessenwasser wird flankiert durch ein behördliches Regelwerk, das ebenfalls bundesweit seinesgleichen sucht: Den Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried. Der Plan - 1999 verkündet und seitdem überwacht durch das Regierungspräsidium Darmstadt - regelt bis ins Einzelne die Höhe der Grundwasserstände an einer Vielzahl definierter Grundwassermessstellen. „Mit unseren technischen Anlagen und dem behördlichen Regelwerk sind wir bereits da, wo andere Regionen Deutschlands zur Abwehr der Folgen des Klimawandels noch Handlungsbedarf haben“, stellt Abke fest. Doch auch für Hessenwasser sind noch längst nicht alle Fragen des Klimawandels in der Region geklärt. Das Unternehmen engagiert sich gemeinsam mit der Hessischen Landesanstalt für Umwelt und Geologie sowie dem Darmstädter Ingenieurbüro BGS an einem Forschungsvorhaben des Bundes zur Abschätzung der Klimafolgen in der Region bis zum Jahr 2100. Das Engagement seines Unternehmens bei der Fortentwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel sei freilich auch eine wirtschaftliche Herausforderung, die insbesondere bei der Wasserpreisdebatte nicht genügend gewürdigt werden, meint Abke.