10 Jahre gute Zusammenarbeit zwischen Wasserversorgung und Landwirtschaft

Dr. Hubert Schreiber


Positive Bilanz der ersten landwirtschaftlichen Kooperation im Main-Kinzig-Kreis zum Schutz des Grundwassers.

Landwirtschaft und Wasserversorgung sind Partner in Birstein. „Die Zusammenarbeit hat sich bewährt“, resümiert Friedhelm Schneider, Vorsitzender des Hessischen Bauernverbandes. Er war vor zehn Jahren, damals noch als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, bei der Erarbeitung der ersten Musterkooperationsvereinbarung zwischen Wasserversorgung und Landwirtschaft in Fischborn dabei.

Auch Wulf Abke, Geschäftsführer der Hessenwasser, die seit 2001 als Nachfolgerin der Mainova die Gewinnungsanlagen in Fischborn betreibt, zieht eine positive Bilanz der gemeinsamen Bemühungen. „Die langjährige Zusammenarbeit in der Kooperation hat viel zum Verständnis zwischen der Wasserversorgung und Landwirten hier in der Region beigetragen. Die Bemühungen zum Schutz des Trinkwassers waren erfolgreich“, so Abkes Fazit. Mit Blick auf die notwendigen Mittel, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu erzielen, sieht Abke jedoch skeptisch in die Zukunft. “Insgesamt haben wir in den letzten 10 Jahren rund 250.000 Euro ausgereicht, um Maßnahmen für eine grundwasserschonende Bewirtschaftung in den Einzugsgebieten der Quellwassergewinnungen zu finanzieren“, so Abke. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Wasserpreise sei jedoch fraglich, ob die Kosten für Maßnahmen zum vorbeugenden Gewässerschutz zukünftig noch von den Kartellbehörden akzeptiert würden.

Hessenwasser stehe auch in Zukunft als Partner für die Landwirtschaft bereit, um gemeinsame Lösungen zum Interessenausgleich zwischen Gewässerschutz und Landwirtschaft zu finden. Es gelte aber die bestehenden Kooperationsmodelle weiterzuentwickeln, um den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie für einen flächendeckenden Gewässerschutz zu entsprechen. „Wir benötigen jedoch verbindliche Aussagen der Politik, wie zukünftig diese Maßnahmen finanziert werden sollen, damit auch künftige Generationen einwandfreies Trinkwasser aus dem Vogelsberg gewinnen können“, so die Forderung Abkes.