Hessenwasser sichert regionale Wasserversorgung

Dr. Hubert Schreiber


Versorgungsengpässe durch die Hitzeperiode sind nur dank des regionalen Leitungsverbunds vermeidbar.

Die Hitzeperiode der vergangenen Tage bringt die lokale Wasserversorgung mancherorts bereits an ihre Grenzen. Werner Herber, beim Wasserversorger Hessenwasser für die Regionalversorgung zuständig, erhält in den letzten Tagen vermehrt Anrufe aus Gemeinden, deren lokale Gewinnungsanlagen mit dem Bedarf nicht mehr mithalten. “Steigender Bedarf und nachlassendes Dargebot der lokalen Grundwasservorkommen in heißen und trockenen Sommern sind besonders in den Taunusgemeinden ein bekannter Sachverhalt“, stellt Herber fest. “Deswegen muss Hessenwasser, neben dem Bedarf in Frankfurt und in Wiesbaden, auch den Spitzenbedarf vieler Gemeinden im Umland insbesondere durch verstärkte Nutzung der Anlagen im Hessischen Ried absichern“.

Die dort Dank der Grundwasseranreicherung durch den Wasserverband Hessisches Ried nachhaltig bewirtschafteten Grundwasservorkommen werden derzeit von Hessenwasser mehr denn je für die Sicherung der Wasserversorgung der Städte und Gemeinden in der Region herangezogen. Doch die Anlagen im Ried sind nur ein Teil des komplexen regionalen Gewinnungs- und Beschaffungsverbunds, auf dem die Trinkwasserversorgung im Ballungsraum Rhein-Main beruht. „Neben den infiltrationsgestützten Grundwasserwerken im hessischen Ried und im Frankfurter Stadtwald ist der Trinkwasserbezug aus dem Vogelsberg ein unverzichtbares Standbein für die Versorgung des Ballungsraumes und hier speziell Frankfurts“, erläutert Herber. „Die verfügbaren Grundwassermengen im nördlichen Vogelsberg sind aber aus ökologischen Gründen stark begrenzt. Der Bezug von der OVAG wurde in den letzten Monaten reduziert, um Reservemengen für Spitzenbedarfszeiten zu bilden. Diese werden aktuell abgerufen. Das ist über einen längeren Zeitraum so nicht aufrechtzuerhalten“, warnt Herber. „Die Situation ist noch beherrschbar, aber wir müssen die Bedarfsentwicklung sehr genau beobachten, um entsprechend nachzusteuern. Insgesamt bestätigt sich aktuell die Notwendigkeit unserer Pläne zum Ausbau des Leitungsverbunds in Kooperation mit unseren Partnern.“

So hatte die OVAG erst kürzlich gemeinsam mit dem Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) eine Kooperation gegründet mit dem Ziel, eine Verbindungsleitung zwischen den beiden Versorgungsgebieten zu errichten. Über diese Leitung soll die erforderliche Trinkwasserlieferung der OVAG in den Ballungsraum Rhein-Main zukünftig abgesichert werden. „Oberstes Ziel unseres Handelns ist die langfristig sichere, ökologisch nachhaltige und qualitativ hochwertige Wasserversorgung des Ballungsraumes und der Region, “betont Herber.

Die Hessenwasser GmbH & Co. KG ist eine Gemeinschaftsgesellschaft der Mainova AG, der HEAG Südhessische Energie AG (HSE) der ESWE Versorgungs AG und der Riedwerke Groß-Gerau. Das Unternehmen ist verantwortlich für die Trinkwasserbereitstellung für über 2 Millionen Menschen in rund 50 Städten und Gemeinden im Ballungsraum Rhein-Main.

Der Wasserverband Hessisches Ried, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, wurde 1979 gegründet und sorgt seit der Inbetriebnahme der Rheinwasseraufbereitungsanlage in Biebesheim im Jahre 1989 mit aufbereitetem Oberflächenwasser durch die Grundwasseranreicherung für die Stabilisierung des Grundwasserhaushalts und durch die Bereitstellung von Wasser für die landwirtschaftliche Beregnung für die Sicherung der landwirtschaftlichen Erträge im mittleren Hessischen Ried. Jährlich können bis zu 38 Millionen m³ Wasser für die Grundwasseranreicherung und bis zu 5 Millionen m³ für die landwirtschaftliche Beregnung bereitgestellt werden. Mitglieder des WHR sind neben Vertretern der Landwirtschaft und von Gebietskörperschaften, die Hessenwasser und der Wasserbeschaffungsverband Riedgruppe-Ost.