Brandanschlag auf Naturschutzmaßnahme

Am Zaun des Wasserwerks Schierstein wurde ein neu angebrachter Sichtschutz aus Kunststoffgewebe von Unbekannten angezündet.

Am Wasserwerk Schierstein wurde am vergangenen Montag eine Zaunverkleidung aus Kunststoffgewebe von Unbekannten auf einer Länge von fünf Metern in Brand gesetzt. Die blickdichten grünen Stoffbahnen waren erst wenige Tage vorher vom Betreiber Hessenwasser am westlichen Ende des Geländes als Sichtschutz für die dort brütenden Vögel angebracht worden.

Laut Hubert Schreiber, Pressesprecher des Unternehmens, gibt es derzeit noch keine Hinweise über die Umstände der Tat. „So einen Brand legt macht man nicht einfach im Vorbeigehen, denn das Material ist schwer entflammbar. Ob etwas anderes als Vandalismus dahinter steckt, können wir zurzeit nicht sagen. Die Polizei in Eltville ermittelt noch.“

Die Anbringung der Gewebebahnen über eine Länge von insgesamt 440 Metern erfolgte nach Angaben des Unternehmens, weil ein zu Beginn des Jahres zwischen Behörden, Naturschützern, Vertretern der Stadt Wiesbaden sowie der Hessenwasser ausgearbeiteter Vorschlag zur Pflanzung einer neuen Hecke auf Teilstrecken des Hochwasserdeichs aufgrund komplexer deichsicherheitstechnischer Fragestellungen nicht vor Beginn der Brut- und Setzzeiten umgesetzt werden konnte. Die Neupflanzung soll als Ersatz dienen für die alte Hecke an gleicher Stelle, die im Rahmen einer Zaunerneuerung entfernt werden musste. Hessenwasser hatte sich daraufhin bereit erklärt, in den sensibelsten Bereichen kurzfristig einen Sichtschutz für die Brutvögel zu installieren und damit den Belangen des Naturschutzes Rechnung zu tragen.