„Ein neuer Standort für den Baum des Jahres“

Dr. Hubert Schreiber


StadtForst Frankfurt pflanzt Wildapfelbäume im Hattersheimer Wasserwerkswald – Hessenwasser unterstützt die Wiederansiedlung des seltenen Baumes.

Der StadtForst Frankfurt sorgt dafür, dass der Wildapfel bei uns wieder heimisch wird. Fünfzig Exemplare dieser nicht nur im Rhein-Main-Gebiet seltenen Baumart bilden jetzt einen kleinen Hain am Rande des Hattersheimer Wasserwerkswald. Der „Baum des Jahres 2013“, mit botanischem Namen Malus sylvestris, ist eine der Stammarten unseres Gartenapfels.

Die Initiative zu dieser Maßnahme kam von Holger Scheel, der als Revierförster für das Forstrevier Schwanheim im Frankfurter Stadtwald zuständig ist. Er kümmert sich mit seinen Waldarbeitern auch um den Wasserwerkswald in Hattersheim, der sich im Besitz des regionalen Wasserversorgers Hessenwasser befindet.

Laut Scheel kommt der Wildapfel im Rhein-Main-Gebiet nur noch selten vor. Man finde ihn vor allem in den Resten von Auwäldern, wo er ideale Feuchtigkeitsbedingungen vorfindet. “Wild-Apfelbäume tragen zur Erhöhung der Artenvielfalt bei", erläutert der Förster. “Sie dienen vielen Vogelarten als Brutstätte, Fledermäuse nutzen sie als Tagesquartier, und sie haben eine hohe Bedeutung als Bienenweide. Von den Früchten des Wildapfels nähren sich gerne Wildtiere, Kleinsäuger und Vögel. Im April und Mai fliegen Bienen und Hummeln die zuerst rosa leuchtenden, später weißen Blüten in Massen an.“

Bei Hessenwasser stieß die Anfrage des Forstmanns nach Unterstützung für die Pflanzaktion sofort auf positive Resonanz. Torsten Lachenmaier, als Betriebsingenieur bei Hessenwasser unter anderem auch zuständig für das Wasserwerk Hattersheim, erklärt: „Wir freuen uns bei der Initiative von Herrn Scheel mithelfen zu können. Unsere Unterstützung ist auch ein Ausdruck der guten Zusammenarbeit mit StadtForst Frankfurt“.

Nach Angaben der Baum des Jahres-Stiftung, deren Kuratorium den Baum des Jahres benennt, gehört der Wildapfel zu den seltensten Bäumen Deutschlands. Das Holz des Wildapfels wird gerne von Kunsttischlern verarbeitet, ist aber selbst in Fachkreisen kaum zu bekommen. Der „Baum des Jahres“ wurde zum 25. Mal ausgezeichnet.