„Dänen sind Vorbild: Einfach mal Trinkwasser aus der Leitung anbieten“

Dr. Hubert Schreiber


Die dänische Ratspräsidentschaft setzt ein Zeichen und schenkt bei Sitzungen künftig Leitungswasser aus. Wulf Abke, Chef der Hessenwasser, rät zur Nachahmung.

Helle Thorning-Schmidt ist es gewohnt neue Positionen zu besetzen. Seit Oktober letzten Jahres ist sie die erste dänische Ministerpräsidentin und seit Januar diesen Jahres hat sie turnusgemäß auch die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Die Dänin setzte gleich zu Beginn ein Zeichen dafür, dass Genuss nicht teuer sein muss. Sie setzte durch, dass künftig auf den Treffen der Ratspräsidentschaft nicht wie üblich kleine, aber teure Flaschen Mineralwasser und Saft angeboten werden, sondern Karaffen mit Trinkwasser aus der Leitung.

Für Wulf Abke, Geschäftsführer des regionalen Wasserversorgers Hessenwasser, ist das eine vorbildhafte Entscheidung. „Trinkwasser, frisch und kühl aus der Leitung gezapft, schmeckt gut und ist preiswert“, so Abke. „Es ist das am Besten überwachte Lebensmittel, ist rund um die Uhr in einwandfreier Qualität vor Ort verfügbar und hat damit obendrein eine günstige CO2-Bilanz.“

Abke plädiert dafür sich ein Beispiel an den Dänen zu nehmen und seinen Gästen einfach mal Trinkwasser aus der Leitung anzubieten. „Die Argumente dafür liegen doch auf der Hand“, betont er. Erst kürzlich hatten Bundesgesundheitsministerium und Umweltbundesamt den aktuellen Bericht zur Trinkwasserqualität in Deutschland vorgelegt. Ergebnis: Trinkwasser hat in Deutschland überall eine gute bis sehr gute Qualität. Und was den Preis betrifft: Ein Liter frisches Trinkwasser aus der Leitung kostet deutlich weniger als einen Cent.