Infiltration ist nicht die Ursache für hohe Grundwasserstände

Dr. Hubert Schreiber


WHR: „Ein hartnäckiges Vorurteil“

Bei den betroffenen Hausbesitzern liegen die Nerven blank. Die aktuell hohen Grundwasserstände sorgen mancherorts im Ried für nasse Keller - wieder einmal. Viele erinnern sich noch an die Jahre 2001 bis 2003. Damals standen sie vor den gleichen Problemen.

Bei der Suche nach den Ursachen für die Probleme und die Schäden, die durch die hohen Grundwasserstände verursacht werden, wird immer wieder auch die Infiltration von aufbereitetem Rheinwasser genannt. „Eine ebenso naheliegende wie unrichtige Vorstellung“, stellt Hubert Schreiber, Pressesprecher der Geschäftsführung des WHR, fest.

„Die Bereiche, in denen aktuell die hohen Grundwasserstände den Hausbesitzern das Leben schwer machen, liegen nicht im Einflussbereich der Infiltrationsanlagen des WHR“, betont Schreiber. Durch die umsichtige Betriebsweise der Infiltration und das intensive Grundwassermonitoring seien infiltrationsbedingte Vernässungsschäden sicher ausgeschlossen. „Trotzdem steigt in nassen Jahren mit dem Grundwasser auch die Verbreitung des Arguments: Die Infiltration ist schuld“, so Schreiber. „Das ist ein hartnäckiges Vorurteil“.

Die Anlage des WHR in Biebesheim, zuständig für die Aufbereitung des Rheinwassers zur Infiltration, sei im Übrigen seit Anfang des Jahres für rund acht Wochen wegen routinemäßiger Revisionsarbeiten komplett außer Betrieb.

Aktuelle Messwerte für einzelne Grundwassermessstellen im Hessischen Ried sowie ausführliche fachliche Berichte über die Grundwassersituation sind im Internet über das Informationsportal Grundwasser-Online abrufbar.