Erste Ergebnisse eines Verbundforschungsvorhabens werden bei Hessenwasser vorgestellt
(Groß-Gerau, 16. Januar 2008) Heiße, trockene Sommer und nasse Winter. Dies ist die durchgängige Trendprognose für die Auswirkungen des globalen Klimawandels in Deutschland. Um daraus konkrete Anpassungsstrategien für die Wasserwirtschaft und Wasserversorgung ableiten zu können, bedarf es allerdings präziser Zukunftsszenarien. Im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojektes werden daher seit Mitte 2006 „Anpassungsstrategien an Klimatrends und Extremwetter sowie Maßnahmen für ein nachhaltiges Grundwassermanagement“ am Beispiel der Modellregion Südhessen entwickelt. Die Vorstellung der ersten Ergebnisse des Forschungsteils „Grundwassermanagement und Wasserversorgung“ fand heute bei der Hessenwasser in Groß-Gerau im Beisein aller Projektpartner statt. Neben der Analyse der regionalen Klima- und Niederschlagsdaten wurde eine Wasserbedarfsprognose für den Zeitraum bis 2100 zu verschiedenen Szenarien der Klimaentwicklung erstellt. Dabei wurde insbesondere auch die räumliche und zeitliche Entwicklung des Bedarfs an landwirtschaftlichem Beregnungswasser, ein wichtiger Aspekt im land- und forstwirtschaftlich intensiv genutzten Hessischen Ried, detailliert betrachtet.
Mit der Detailanalyse der Wetterentwicklung sehen die Forscher den generellen Trend bestätigt. Bei insgesamt gleichbleibendem Niveau werden im Winter deutlich mehr Niederschläge vorhergesagt. Dies führt wegen der geringeren Verdunstung im Winter zu einer insgesamt höheren Grundwasserneubildung im Hessischen Ried. Andererseits werden auf die Wasserversorgung vermehrt höhere Spitzenbelastungen, ähnlich dem Rekordsommer 2003, zukommen. Hierzu wurden Szenarien für die erwartete Bevölkerungsentwicklung abgeleitet, um die kostspielige Versorgungsinfrastruktur langfristig bedarfsgerecht auslegen zu können.
Staatssekretär Karl-Winfried Seif vom Hessischen Umweltministerium zeigte sich sehr zufrieden mit der bislang geleisteten Arbeit: “Die Ergebnisse zeigen, dass wir dank der Expertise der beteiligten Fachleute am Beispiel des Ballungsraumes Rhein-Main Erkenntnisse gewinnen, von denen andere Regionen Deutschlands profitieren können.“
Neben Hessenwasser, die als regionale Wasserbeschaffungsgesellschaft den Part Wasserversorgung bearbeitet, sind das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) sowie das Ingenieurbüro BGS Umweltplanung beteiligt. Für den Aspekt der Klimamodellierung wird die Gruppe unterstützt durch Experten des Max-Planck-Institutes für Meteorologie und dem Climate and Environment Consulting in Potsdam.