Erstmalig seit dem die Wassergewinnungsanlagen im Herbst letzten Jahres in die Verantwortung der Hessenwasser übergangen sind, fand eine Begehung des Schutzgebiets des Wasserwerks Schierstein statt. Das Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden, als Untere Wasserbehörde zuständig für die Bildung der so genannten Schaukommission, hatte nach Schierstein Vertreter der fachlich und politisch zuständigen Organisationen eingeladen.
Die leitende Betriebsingenieurin Monika Drews als Hausherrin und der Chef des Gewässerschutz Dipl.-Ing. Jürgen Höning konnten im Namen der Hessenwasser zu Beginn der ganztägigen Veranstaltung rund 25 Personen der unterschiedlichen Interessengruppen begrüßen. Neben Behördenvertretern aus den Ressorts Umwelt, Gesundheit und Naturschutz, aufgrund der grenzüberschreitenden Lage des Wasserschutzgebietes jeweils aus zwei Landkreisen, waren unter anderem Mitglieder des BUND, der Hessischen Ornithologen, des Landesjagdverbandes, Vertreter der Lokalpolitik und schließlich auch der Ortslandwirt anwesend.
Nach einer Erläuterung der sachlichen Hintergründe und Veranlassung der Begehung durch Frau Wellhausen vom Umweltamt der Stadt Wiesbaden, wurden den Anwesenden die Gegebenheiten vor Ort fachlich nahe gebracht. Monika Drews erläuterte die oberirdischen Anlagen, den Planungsstand zum Neubau des Wasserwerks und die Flächennutzung im Wasserwerksbereich der Hessenwasser. Herr Dr. Mittelbach vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie erläuterte die geologischen Zusammenhänge im Schutzgebiet und Jürgen Höning veranschaulichte die Aktivitäten der Hessenwasser zur regelmäßigen Überwachung des rund 500 Hektar großen Wasserschutzgebietes.
Fazit am Ende der Begehung nach einem regennassen und erkenntnisreichen Tag: Die Trinkwassergewinnung in Schierstein ist dank gemeinsamer Bemühungen von Betreiber und Behörden gut geschützt.
Dennoch bleibt eine solche Anlage in einem Ballungsraum stets bedroht von anderen Nutzungsinteressen.
Ein Dorn im Auge ist beispielsweise sowohl den Behörden wie auch der Hessenwasser, die seit Jahren fehlende Ableitung des Regenwasserablaufes der alten B42. Die Trasse der Bundesstraße verläuft durch die Schutzzone II, was den Betreibern gewisse Auflagen beschert. Dazu gehören im Falle der Bundesstraße die Kanalisierung des Regenwassers und die Ableitung aus der Schutzzone. Eine Planung hierzu liegt nach Auskunft der Wiesbadener Dependance der Umweltabteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt schon lange vor, allein das Geld fehlt. Dazu Dipl.-Ing Norbert Ott: „ Dafür seien im Verkehrswegeplan des Bundes bislang keine Mittel eingestellt wird uns auf Anfrage gesagt“.
“Die fehlende Regenwasserableitung stellt unter anderem durch die Verkehrsentlastung der B42 in den letzten Jahren ein abnehmendes Gefährdungspotential dar. Dennoch plädieren wir gemeinsam mit dem Betreiber der Wassergewinnung für die Nachrüstung“, so Frau Wellhausen von der Unteren Wasserbehörde in Wiesbaden.