Direkt zum Inhalt (Navigation überspringen)
 
 
 
 
Wasserwerk Goldstein
News & Infos
 
 
 
 
 

Pressemeldung 03-08-26

Hessenwasser begrüßt Infiltration und fordert ein regionales Wassermanagement

Die Infiltration ist nach Auffassung der Hessenwasser das entscheidende Instrument, um den Umwelthaushalt im Hessischen Ried langfristig und nachhaltig zu sichern. Zu den zeitweise lokal auftretenden zu niedrigen oder zu hohen Grundwasserstände wird ein verbessertes, integriertes Wassermanagement der Region gefordert, das eine flexible Bewirtschaftung ermöglicht und auch die Kostenfrage klärt.

(Groß-Gerau). Die Hessenwasser begrüße die vom Regierungspräsidium genehmigte Wiederaufnahme der Infiltration im Hessischen Ried ausdrücklich, so Wulf Abke, Geschäftsführer der Hessenwasser, in einer Stellungnahme. Wichtig sei jedoch darauf hinzuweisen, dass Nutznießer stabiler Grundwasserstände vorrangig der Naturhaushalt und die Allgemeinheit sind. Dies wird an den Zielen der Infiltration deutlich. Das Niveau des Grundwassers wurde seit den 20 iger Jahren des letzten Jahrhunderts systematisch abgesenkt, um die Siedlungsentwicklung und die Industrialisierung durch Landgewinnung voran zu treiben. Heute sollen die langfristigen Folgen durch Aufspiegelung des Grundwasserspiegels wieder behoben werden. Dies wird am Beispiel der Waldgebiete um Gernsheim und um Dornheim deutlich, für welche die Forstverwaltung und die Kommunen seit längerem das Einsetzen der Infiltration fordern. Die derzeitigen Grundwasserstände liegen dort weit unterhalb der Werte des Grundwasserbewirtschaftungsplanes des Landes.

Im Wechselspiel zwischen Wasserförderung und klimatischen Einflüssen kommt es im Ried seit jeher zu Schwankungen der lokalen Grundwasserstände. Die Konsequenzen dieser schwankender Grundwasserstände, Dürre- und Gebäudeschäden einerseits und klimatisch bedingte Vernässungen andererseits, sind bei Festlegung der amtlichen Grundwasserstandwerte im Grundwasserbewirtschaftungsplan mit allen Interessenträgern diskutiert und im Ergebnis berücksichtigt worden. Wie bei jedem Kompromiss konnte natürlich nicht allen gegensätzlichen Interessen entsprochen werden. Während die Forstwirte für hohe Grundwasserstände kämpfen, verlangen die Hausbesitzer am Waldrand verständlicherweise niedrigste Stände. Auch die Wasserversorger, so Geschäftsführer Abke, könnten sich im Einzelfall eine für sie komfortablere Festlegung der Grundwasserstände vorstellen, akzeptieren aber in gemeinsamer Verantwortung konstruktiv die vom Land als Interessenkompromiss festgesetzten Grundwasserstände.

Der Region stehe nach Auffassung der Hessenwasser mit der Infiltration auch das geeignete technische Instrument zur Verfügung, um ein Absinken der Grundwasserstände zu verhindern und so den Naturhaushalt und die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung zu sichern. Die Auflösung der über die fachliche Wasserwirtschaft hinausgehenden Probleme der Raumpolitik könne allerdings weder vom Wasserverband Hessisches Ried noch von der Hessenwasser verlangt werden, so Abke. Seit langem fordere die Hessenwasser hierfür vielmehr ein von Land, Kommunen, Wasserwerken, Landwirtschaft und anderen Interessenvertretern gemeinsam getragenes integriertes regionales Wassermanagement in Südhessen. Erforderlich erscheint, in einer neuen Struktur, aufbauend auf den "Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried", den Interessenausgleich zwischen der Einhaltung ökologischer Standards, den Belangen der Allgemeinheit sowie den Interessen von einzelnen Kommunen und Anwohnern regional und selbstverwaltet zu gestalten.

Nach Wiederaufnahme der Infiltration im Hessischen Ried muss daher der nächste Schritt folgen. In einer konzertierten Aktion sollte über die Rahmenbedingungen für die Etablierung eines regionalen Wassermanagements diskutiert werden. Dabei dürfe auch nicht verschwiegen werden, dass die Kosten für erforderliche Maßnahmen des Managements der Grundwasserstände, die nicht direkt im Zusammenhang mit der Trinkwassergewinnung stehen, nicht von den Wasserversorgern getragen werden können und dürfen. Gelinge ein solches regionales Wassermanagement, davon ist Wulf Abke überzeugt, könne das bundesweiten Modellcharakter entwickeln. Auch angesichts der Erfordernisse der neuen europäischen Wasserrahmenrichtlinie sind alle Beteiligten, insbesondere auch die kommunalen Gebietskörperschaften und das Land gefordert, an zukunftsweisenden Maßnahmen und Strukturen zur Verbesserung der Gewässerqualität mitzuwirken. Die Hessenwasser stehe einer solchen Entwicklung in jedem Fall offen gegenüber.

Zur Homepage
Zur Kontaktseite
Diese Seite drucken
Schrift normalSchrift großSchrift sehr groß