(Groß-Gerau). Der Umweltausschuss der Landeshauptstadt Wiesbaden unter Vorsitz von Dr. Tilli Reinhardt informierte sich zunächst im neu gebauten Wasserwerk Goldstein über die modernsten Techniken der Wasseraufbereitung. Diskutiert wurde neben Fragen des Grundwasserschutzes auch die Notwendigkeit langfristiger Planungen in der Wasserwirtschaft. Hessenwasser ist davon überzeugt, dass langfristig die Wasserversorgung nur dann gesichert werden kann, wenn die technisch optimierte Gewinnung mit Werken in den Versorgungsräumen gestärkt wird, führte Wulf Abke, Geschäftsführer der Hessenwasser, zur Verantwortung der Versorger aus. Vor diesem Hintergrund ist auch die verbindliche Zusage der Hessenwasser zu werten, das Wasserwerk Schierstein in Wiesbaden zu modernisieren und dauerhaft zu erhalten, sollte der Betriebsteil Trinkwasserbeschaffung an die Hessenwasser übergehen.
Im Rahmen einer Diskussion im Wasserwerk Hinkelstein mit seinem historischen Jugendstilbauwerk war für die Ausschussmitglieder aus Wiesbaden zunächst die Qualitätssicherung interessant. Hierzu wies Dr. Oliver Huschens, Leiter des Zentrallabors der Hessenwasser, auf die langjährigen, umfangreichen Untersuchungsreihen seines Labors hin. Die Qualität des Mainwassers ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Konzentration relevanter Stoffe liegt sogar deutlich unter den Werten, die von der Trinkwasserverordnung vorgeschrieben werden.
Für die Kommunalpolitiker aus Wiesbaden waren weiterhin neben Fragen zum technischen Versorgungskonzept der Hessenwasser auch die sozialen Rahmenbedingungen beim Zusammenschluss der Wasserversorgung in Südhessen wichtig. Bestätigt wurde, dass der Aussichtsrat der Hessenwasser paritätisch besetzt ist und die Mitarbeitervertretung der Wiesbadener Wasserwerke bei der Erarbeitung des Kooperationsangebotes von Anfang an eingebunden wurden.
Für die Arbeitsplätze in Wiesbaden ist im Rahmen eines Personalüberleitungsvertrages eine Bestandsgarantie vorgesehen, die bei der Belegschaft der ESWE Versorgungs AG auf breite Zustimmung stößt.
"Wir sind davon überzeugt, dass die Wiesbadener Wassergewinnung eine sinnvolle und wichtige Ergänzung des kommunal getragenen Leitungsverbundes in Südhessen ist", bestätigte Wulf Abke den Mitgliedern des Umweltausschusses. Dies zeigt sich nach Auffassung des Geschäftsführers der Hessenwasser nicht zuletzt auch darin, dass alle derzeitigen Untersuchungen der Kooperationsmöglichkeiten für Wiesbaden den größten wirtschaftlichen Vorteil bei einer Zusammenarbeit mit der Hessenwasser sehen.