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Pressemeldung 03-08-13

Heute für morgen handeln - vorausschauendes Vorgehen der Hessenwasser sichert Trinkwassergewinnung in Südhessen

Die Trinkwasserversorgung in Südhessen ist trotz der derzeitigen Trockenheit sicher. Der Leitungsverbund der Hessenwasser hat sich bereits bewährt. Wichtigstes Instrument und Rückrat der Grundwasserbewirtschaftung sind die infiltrationsgestützten Großwasserwerke. Wegen der zurückliegenden Nassjahre wurde seit 1999 nicht mehr im Hessischen Ried infiltriert. Um Grundwasservorräte für eine mögliche mehrjährige Trockenperiode zu schaffen, ist die sofortige Wiederaufnahme der Infiltration erforderlich.

(Groß-Gerau). Die Wassergewinnung im Hessischen Ried wird seit jeher sehr unterschiedlich und je nach aktuellen klimatischen Gegebenheiten diskutiert. Waren es in den 70iger Jahren Trockenschäden in der Landschaft und an Gebäuden, sind es nach den vergangenen drei nassen Jahren feuchte Keller, die in der lokalen Öffentlichkeit für Schlagzeilen sorgen.

In diesem Spannungsfeld, so betont der zuständige Wasserwirtschaftler der Hessenwasser, Volker Manger, ist es gut, dass zwischenzeitlich objektive und fachwissenschaftlich gesicherte Kriterien für die Entnahme von Grundwasser und die Grundwasseranreicherung über Infiltration im Hessischen Ried vorliegen, die von den zuständigen Behörden genehmigt sind. An Hand dieser Kriterien kann die Behauptung eines Zusammenhangs zwischen feuchten Kellern und der Infiltration eindeutig widerlegt werden, auch wenn Bürgerinitiativen das Gegenteil behaupten.

Die entscheidenden Kriterien für die ökologisch verträgliche Grundwasserbewirtschaftung sind Richtgrundwasserstände, die im langjährigen Mittel erreicht werden sollen, und sogenannte Mindestgrundwasserstände, die durch die Wasserentnahme im Hessischen Ried nicht unterschritten werden dürfen. Sie sind im "Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried" verbindlich festgelegt. Um diese Grundwasserstände einzuhalten, ist die Infiltration nicht nur in Trockenjahren erforderlich , um in Normal- und Nassjahren ausreichende Vorräte für Trockenperioden anzulegen.

Um die Gefahr von Vernässungen durch Infiltration nicht zu vergrößern, sind in den Genehmigungen für die Infiltration sogenannte Abschaltgrundwasserstände festgelegt. Werden diese erreicht, wird die Infiltration eingestellt.

Wasserwirtschaftlich ist die Infiltration ein sehr geeignetes Instrument, um dauerhaft eine umweltverträgliche Grundwasserbewirtschaftung zu gewährleisten. Dabei wird abhängig von den Grundwasserständen Oberflächenwasser, beispielsweise aus dem Rhein, entnommen, aufbereitet und in den Untergrund infiltriert. Mit der intensiven räumlichen Überwachung und Auswertung der Grundwasserstände können die Auswirkungen der Infiltration und Grundwasserentnahme genau erfasst werden. So steht fest, dass der Wirkungsbereich der Infiltration begrenzt ist. Damit löst sich ein scheinbarer Widerspruch sehr schnell auf. Vernässte Keller im Hessischen Ried liegen überwiegend außerhalb des potentiellen Wirkungsbereichs der Infiltrationsanlagen. Die Gefahr der Vernässung aufgrund hoher Niederschläge besteht in den Fällen unzureichender bautechnischer Vorsorge unabhängig von der Infiltration.

Derzeit sinken die Grundwasserstände. Hier setzt die gemeinsame Verantwortung der Wasserbehörden und der Wasserunternehmen an. So prognostizieren die Experten der Hessenwasser auf Grund der anhaltenden Dürre für den Herbst / Winter 2003/2004 eine unterdurchschnittliche Grundwasserneubildung durch Niederschläge. "Der Oberboden ist so ausgetrocknet, dass die Niederschlage der kommenden Monate durch die Pflanzen verbraucht werden und der Boden selbst sich erst einmal wieder vollsaugen muss. Die Niederschläge werden daher nur teilweise im Grundwasser ankommen," ist Volker Manger überzeugt. Um sicherstellen zu können, dass auch für künftige Trockenjahre genügend Grundwasser umweltverträglich gewonnen werden kann, ist daher die unverzügliche Wiederinbetriebnahme der Infiltration im Hessischen Ried dringend erforderlich. Nur durch "Handeln für morgen" kann auch in den nächsten Jahren eine umweltverträgliche Wassergewinnung sicher gestellt werden.

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