Fragen und Antworten zum Thema Wasserhärte
Was ist eigentlich die Wasserhärte?
Ob Wasser "hart" oder "weich" ist, hängt davon ab, wie hoch der Anteil der so genannten Erdalkalisalze (Härtebildner) ist. Diese Härtebildner sind nichts anderes als die lebenswichtigen Mineralien Calcium und Magnesium. Deren Konzentration wird bei uns in Deutschland in Härtegraden (°dH Grad deutscher Härte bzw. mmol/I) gemessen. Sie werden wiederum in vier Härtebereiche (von weich bis sehr hart) unterteilt.
Das von Hessenwasser gelieferte Trinkwasser weist, je nach Versorgungsgebiet, Härtegrade zwischen 1 und 21 und damit alle drei Härtebereiche (siehe Box) auf.
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Härtebereich |
Härtegrad (°dH) |
Härte (mmol/L) |
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weich |
bis 8,4 |
bis 1,5 |
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mittel |
8,4 bis 14 |
1,5 bis 2,5 |
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hart |
mehr als 14 |
mehr als 2,5 |
Einteilung der Härtebereiche gemäß dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz
(Alle Millimol-Angaben beziehen sich auf den Gehalt an Calciumcarbonat (CaCO3) °dH = Grad deutsche Härte, hier: Gesamthärte)
Nicht alle Calcium- und Magnesiumsalze fallen bei einer Erhitzung aus, manche werden erst bei der Verdunstung bzw. Verdampfung sichtbar.
Wie kommen diese Mineralsalze ins Wasser?
Die im Erdreich vorkommenden natürlichen Mineralsalze lösen sich auf dem Weg des Wassers durch den Boden je nach chemischer Verbindung unterschiedlich stark. Calcium- und Magnesiumsalze liegen überwiegend als Karbonate (der Fachbegriff für Kalk ist Calciumkarbonat) vor. Diese Mineralien sind in Wasser nur bedingt löslich, aber in schwach kohlensäurehaltigem Wasser lösbar. Die im Wasser vorkommende Kohlensäure bildet sich zum einen durch den Kontakt des Wassers mit dem Kohlendioxid der Luft, zum anderen durch Reaktionen im Boden. Das von Hessenwasser gelieferte Trinkwasser weist, je nach Versorgungsgebiet, Härtegrade zwischen 1 und 21 und damit alle drei Härtebereiche auf.
Ist weiches oder hartes Wasser besser?
Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Hartes Trinkwasser ist für die Gesundheit besser, da es von Natur aus einen großen Teil der vom menschlichen Organismus benötigten Mineralien enthält. Bei weichem Wasser bilden sich geringere Mengen des so genannten Kalk- oder Kesselsteins. Zudem benötigt man beim Waschen mit weichem Wasser weniger Waschmittel. Anderseits kann die Kalkschicht metallische Rohre vor Korrosion schützen.
Wie dosiere ich Wasch- und Spülmittel richtig?
Wie viel Wasch- oder Spülmittel Sie verwenden sollten, hängt direkt vom Härtegrad Ihres Trinkwassers und dem Verschmutzungsgrad der Wäsche ab. Grundsätzlich gilt: Je weicher Ihr Wasser ist, umso weniger Waschmittel benötigen Sie. Bitte beachten Sie bei der Dosierung die entsprechenden Hinweise der Hersteller, die sich meist auf der Rückseite der Verpackungen befinden. Wie häufig und in welchen Mengen bei Ihrer Spülmaschine Regenerier- oder Enthärtersalz zugegeben werden muss, hängt ebenfalls vom Härtegrad Ihres Wassers ab und ist in der Bedienungsanleitung nachzulesen.
Wie entkalke ich Haushaltsgeräte?
Für die erfolgreiche Entkalkung von Haushaltskleingeräten muss niemand zur "chemischen Keule" greifen, verwenden Sie einfach übliche Haushaltsmittel wie z. B. verdünnte Essigsäure. Damit lassen sich Kaffeemaschine, Dampfbügeleisen und Tauchsieder einfach und schnell von Kesselstein befreien. Kalkflecken auf Geräten oder Armaturen können mit einem in Zitronensaft getränkten Lappen entfernt werden.
Warum enthärtet der Versorger in Gebieten mit besonders hartem Wasser nicht zentral?
Gegen eine zentrale Enthärtung sprechen mehrere gute Gründe:
- Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Dieses natürliche Lebensmittel ohne zwingenden Grund chemisch oder physikalisch zu verändern, wird von vielen Menschen abgelehnt. Hartes Wasser enthält zudem eine Vielzahl von lebensnotwendigen Mineralstoffen. Daher gibt es auch aus ernährungsphysiologischer Sicht überhaupt keine Notwendigkeit, die Trinkwasserbeschaffenheit zu manipulieren.
- Wenn eine zentrale Enthärtungsanlage errichtet wird, müssen die Kosten (ca. 20 - 30 Cent/m³) dafür auf alle Kunden umgelegt werden - obwohl meist nur ein kleiner Teil eine solche Anlage will. Die Kostenumlage würde deshalb von vielen als ungerecht empfunden werden!
- Zentrale Enthärtungsanlagen sind oftmals nicht umsetzbar, da die durch eine solche Anlage veränderte Wasserchemie unter Umständen zu teuren Schädigungen am öffentlichen Versorgungsnetz führen könnte.