Das Bundesgesundheitsministerium und das Umweltbundesamt haben kürzlich den aktuellen Bericht zur Trinkwasserqualität in Deutschland vorgelegt. Der Bericht belegt, dass Trinkwasser in Deutschland überall eine gute bis sehr gute Qualität hat. Nach Prüfung der von den Bundesländern vorgelegten Daten für den Berichtszeitraum 2008 bis 2010 stellen Bundesgesundheitsministerium und Umweltbundesamt fest: Das Trinkwasser in Deutschland hat demnach eine gute bis sehr gute Qualität. Die Kontrollen belegen, dass bei den mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparametern die strengen gesetzlichen Anforderungen zu über 99 Prozent eingehalten und die Grenzwerte nur in sehr wenigen Einzelfällen überschritten werden.
Nach der Trinkwasserrichtlinie der Europäischen Union müssen die EU-Mitgliedstaaten regelmäßig für einen Berichtszeitraum von drei Jahren die Verbraucher und die Europäische Kommission über die Qualität des Trinkwassers informieren. In Deutschland ist dieser Bericht vom Bundesministerium für Gesundheit und dem Umweltbundesamt vorzulegen. Der erste Bericht hatte 2008 bestätigt, dass die Vorgaben der EU-Trinkwasserrichtlinie in Deutschland vollständig in nationales Recht umgesetzt wurden.
Die Wasserwirtschaft hat in Deutschland seit 1990 insgesamt über 110 Milliarden Euro investiert. Die Unternehmen der Wasserwirtschaft befinden sich in einem ständigen technisch-wirtschaftlichen Modernisierungsprozess. Es gilt, die hohen Standards, die wir im weltweiten Vergleich bei der Trinkwasserqualität erreicht haben, weiterzuentwickeln. Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser sind laut Bericht bei dem Parameter Nitrat auf fast Null Prozent gesunken. Die Überschreitungen haben sich damit in den letzten Jahren deutlich verringert. Der Rückgang der Fälle, in denen der zulässige Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser überschritten wurde, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Nitratbelastungen der Gewässer und Rohwasserressourcen abgenommen haben. Dies belegen seit 2009 lokal ansteigende Nitratbelastungen in Gewässern. Die Wasserwirtschaft sieht weiterhin die dringende Notwendigkeit, Nitrateinträge insbesondere aus landwirtschaftlichen diffusen und direkten Quellen zu vermeiden.
UBA-Trinkwasser-Bericht zum Download
Abschlussbericht des AnKliG-Vorhabens liegt vor
Unter dem Vorhabenstitel AnKliG „Anpassungsstrategien an Klimatrends und Extremwetter und Maßnahmen für ein nachhaltiges Grundwassermanagement“ (www.anklig.de) wurde seit August 2006 ein Forschungsprojekt durchgeführt, das im Rahmen des Förderschwerpunkts klimazwei (www.klimazwei.de) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Das Projekt wurde gemeinsam von dem Ingenieurbüro Brandt Gerdes Sitzmann Umweltplanung GmbH (BGS Umwelt), dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) und der Hessenwasser GmbH & Co. KG bearbeitet. Ziel der Untersuchungen war es, die Auswirkungen von Klimatrends und Extremwetter auf das Grundwasser exemplarisch für den großräumigen Porengrundwasserleiter „Hessisches Ried“ und die angrenzenden Kluftgrundwasserleiter des Odenwaldes zu quantifizieren.
Erste Ergebnisse wurden bereits Anfang August 2008 in der Fachzeitschrift energie | wasser-praxis veröffentlicht (Download).
Das Vorhaben wurde im Frühjahr 2010 abgeschlossen. Der Abschlussbericht steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.
Informationen zum Vorkommen natürlicher Radioaktivität im Trinkwasser
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), eine Fachbehörde des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, hat die Ergebnisse einer Studie zum Vorkommen natürlicher Radioaktivität im Trinkwasser vorgestellt. Ziel dieser Studie war es, die Gehalte natürlicher radioaktiver Elemente von Roh- und Trinkwasser im Bundesgebiet zu erfassen, um daraus die Strahlenexposition für die Bevölkerung über den Trinkwasserpfad zu berechnen. Untersucht wurden insgesamt 582 Trinkwasserproben aus 564 Wasserversorgungsanlagen.
Auch bei verschiedenen Gewinnungsanlagen der Hessenwasser wurden für die BfS-Studie Proben entnommen. Die Teilnehmer an der Studie wurden jeweils über die Messergebnisse ihrer Anlagen informiert.
Die Ergebnisse der Proben aus Anlagen der Hessenwasser entsprechen den Anforderungen des aktuellen Entwurfs der neuen Trinkwasserverordnung
Zur Bedeutung des Trinkwassers als Quelle für natürliche Radioaktivität stellt das Bundesamt für Strahlenschutz fest, dass der Trinkwasserpfad deutlich unterhalb der natürlichen Strahlenexposition durch Nahrungsmittel, kosmische und terrestrische Strahlung liegt. Trinkwasser trägt insgesamt nur geringfügig zur gesamten mittleren jährlichen Strahlungsexposition bei.
Bei Fragen rund um das Thema Trinkwassergüte stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail Rede und Antwort.
Mit den nachfolgenden Fragen und Antworten zum Thema Radioaktivität im Trinkwasser möchten wir Ihnen einige weitergehende Informationen zu der Thematik geben, hier lesen Sie mehr