Die Besuche in den Anlagen der Wasserversorgung und Grundwasserbewirtschaftung stehen im Zusammenhang mit Aktivitäten des Bundes zur Unterstützung der Beitrittskandidatenländern der EU-Erweiterung.
Die Europäische Gemeinschaft leistet für diese Länder im Rahmen verschiedener Programme Vorbeitrittshilfen. Im Rahmen des PHARE-Programms hat die Europäische Kommission eine Strategie mit zwei zentralen Zielen entwickelt: Übernahme des gemeinschaftlichen rechtlichen Besitzstands und Aufbau effektiver Verwaltungsstrukturen bis zum Zeitpunkt des Beitritts.
Zu den Schwerpunkten des Programms gehört auch der Bereich Umwelt. Ein bedeutendes Element des PHARE-Programms bilden die so genannten "Beitrittspartnerschaften" ("Twinnings"), in deren Rahmen Mitarbeiter aus Verwaltungen und Institutionen der Mitgliedstaaten und der Beitrittskandidaten in präzise umrissenen Projekten und mit genauen Zielvorgaben zusammenarbeiten.
Rückgrat jedes Twinning-Projekts ist die Entsendung eines Langzeitberaters aus der Verwaltung eines EU-Mitgliedstaats in den jeweiligen mittel- oder osteuropäischen Partnerstaat.
Die Beratung der Bulgarischen Kollegen bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie hat das Hessische Umwelt-ministerium Herrn Dr. Arnold Quadflieg, dem vormaligen Leiter des Referates Grundwasser und Wasserversorgung, übertragen.
Das Projekt wurde in 2004 für die Dauer von zwei Jahren aufgesetzt, konkrete Zielsetzung ist die Erstellung eines Bewirtschaftungsplans für das Donau-Einzugsgebietes, wie er von der EU für alle Flussgebiete in ihrem Zuständigkeitsgebiet gefordert wird.
Im Rahmen der ersten „Study-Tour“ des Projektes, dies sind Fortbildungsaufenthalte, um Maßnahmen zur Umsetzung der Richtlinie in EU-Mitgliedsländern kennen zu lernen, wird Dr. Quadflieg mit den Experten aus Bulgarien an zwei Tagen von der Hessenwasser betreut.
„Wir würden uns natürlich freuen, wenn die Kollegen aus Bulgarien aus unseren Erfahrungen Nutzen für Ihre Arbeit ziehen können“, so Wulf Abke, Geschäftsführer der Hessenwasser. „Wir empfinden es auf jeden Fall als Bestätigung unserer Arbeit, in der Zusammenarbeit mit dem Hessischen Umweltministerium einen Beitrag für den Gewässerschutz über die Grenzen Hessen und Deutschlands hinaus leisten zu dürfen.“