Neues Verfahren zur Analyse von Wässern und deren Inhaltsstoffen

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie hat eine Studie zur Untersuchung organischer Spurenstoffe in Abwasser, Oberflächen- und Grundwasser im Hessischen Ried mittels eines neuen Analyseverfahrens vorgelegt.

(Groß-Gerau, 07.06.2016) In einem hochverdichteten und intensiv genutzten Raum wie dem Rhein-Main-Gebiet werden schon seit Jahrzehnten durch den Menschen Spurenstoffe, die bei Herstellung, dem Transport, Nutzung und Entsorgung von Produkten entstehen, in die Umwelt freigesetzt. Einige dieser Stoffe finden ihren Weg über den Boden in das Grundwasser. Zur Qualitätssicherung unseres wichtigsten Lebensmittels werden daher analytische Methoden weiter verfeinert und neu entwickelt. Mit den aktuellen Analysegeräten können Wasserinhaltsstoffe in sehr geringen Konzentrationen im Nanogrammbereich (ng/l) gemessen werden. Ein Nanogramm entspricht dabei einem Milliardstel Gramm (0,00000001 g).

Im Rahmen einer Studie zur Erfassung möglichst vieler Einzelstoffe hat das Hessische Landesamt für Natur, Umwelt und Geologie eine sogenannte "Non-Target-Analytik" an Abwasser von kommunalen und industriellen Kläranlagen, Oberflächengewässern und Grundwasser durchführen lassen. Neben der etablierten zielgerichteten Einzelstoffanalytik ("Target Analytik") bietet auch die "Non-Target-Analytik" die Möglichkeit, organische Spurenstoffe im Oberflächen- und Grundwasser zu detektieren. Das Verfahren liefert statistische Hinweise, ohne die Substanzen eindeutig zu identifizieren, mit deren Hilfe Mikroverunreinigungen einem Verursacher zugeordnet und neue Erkenntnisse über das Verhalten von Mikroverunreinigungen gewonnen werden können. Um bisher unbekannte Stoffe zu erkennen und ihre Konzentration zu bestimmen, wird diesen neuen Hinweisen mit aufwändigen und zeitintensiven Zusatzuntersuchungen nachgegangen. Hessenwasser hat im Rahmen der Studie Wasserproben aus einer Grundwassermessstelle und einem Brunnen zur Verfügung gestellt, die dem direkten Einflussbereich eines Oberflächengewässers zugeordnet werden können.

Der Unternehmenssprecher Hubert Schreiber führt dazu aus: " Zum Schutz unserer Brunnen und des Trinkwassers in der Rhein-Main-Region ist es von besonderer Bedeutung, die Eintragungspfade zu kennen, um angepasste Strategien zur Sicherung unseres Trinkwassers durchführen zu können." Die Untersuchungsergebnisse bestätigen erneut unsere Forderungen, gemeinsam mit den zuständigen Behörden, den Stoffeintrag aus den Fließgewässern in das Grundwasser durch Vermeidung des Eintrages an der Quelle zu minimieren. Ein Expertenteam, bestehend aus Chemikern, Geologen und Ingenieuren, beschäftigt sich mit der Erfassung und Überwachung der Spurenstoffe und den für die Sicherung der Trinkwassergewinnung möglichen Handlungsoptionen. Für den Unternehmenssprecher wird auch mit dieser Untersuchung deutlich, dass "Trinkwasser eines der am besten überwachten Lebensmittel" ist.

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