Spurenstoffe in Gewässern vermeiden - Policy Paper gibt Empfehlungen

Die Übergabe politischer Handlungsempfehlungen an Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth Ende Juni war ein bedeutendes Signal und wichtiger Schritt bei der Vermeidung von Spurenstoffen in Gewässern. Denn die gemeinsam von Industrie, Forschungsinstituten und Wasserwirtschaft erarbeiteten 14 Empfehlungen zeigen, dass die beteiligten Akteure den Gewässerschutz vorantreiben möchten.

Zwar besteht kein Grund zur Sorge - die Konzentration der Spurenstoffe im Trinkwasser ist unbedenklich. Doch um Trinkwasserressourcen optimal und nachhaltig zu schützen, "müssen wir mit diesen Stoffen verantwortungsvoll umgehen und sie frühzeitig vermeiden, beziehungsweise zumindest reduzieren", stellt der VKU in seiner Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Policy Papers fest.

"Das ist umso wichtiger, da wir nach heutigem Stand wissen, dass wir nicht alle diese Stoffe mit der derzeitigen Aufbereitungstechnik aus dem Wasser wieder entfernen können", heißt es in der VKU-Meldung. Die Vermeidung des Eintrags hat daher Priorität und das Policy Paper zeigt Wege auf, wie dies erfolgen kann.

Wichtig ist dabei nicht nur die Vermeidung des Eintrags durch Industrie und Landwirtschaft, auch Verbraucher müssen zum Mitmachen motiviert werden. Denn die Abwässer kommunaler Kläranlagen sind ein bedeutender Eintragspfad besonders von Arzneimitteln in die Oberflächengewässer und damit auch ins Grundwasser.
Ein Ansatz dazu finden sich auch in den Handlungsempfehlungen des Strategiepapiers: Es soll zum einen Personal in Kliniken oder Arztpraxen sensibilisiert werden und zum anderen das Bewusstsein in der Öffentlichkeit geschärft werden. Gerade Endkonsumenten können einen wichtigen Beitrag leisten, da viele Spurenstoffe, die sich im Wasser wiederfinden, Arzneimittelwirkstoffe oder in Körperpflege- und Waschmittel enthalten sind (siehe hierzu die Downloads am Ende des Beitrags).

In Bezug auf die durch Spurenstoffe besonders betroffenen Trinkwassergewinnungsgebieten im Hessischen Ried steht Hessenwasser seit geraumer Zeit in einem konstruktiven Dialog mit den Behörden (Regierungspräsidium Darmstadt und Gesundheitsämter) sowie dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Das gemeinsame Ziel ist es, sich zu den fachlichen Grundlagen für geeignete Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers vor dem Eintrag von Spurenstoffen abzustimmen. Eine wichtige Grundlage für den gemeinsamen Dialog sowohl mit Behörden aber auch mit Umwelt- und Naturschutzverbänden ist der transparente Umgang mit den Untersuchungsergebnissen. Hessenwasser geht offen mit den eigenen Befunden zum Vorkommen von Spurenstoffe um. Untersuchungsberichte werden sowohl den Behörden als auch Umweltorganisationen, wie zum Beispiel dem BUND, bereitgestellt. 

Für Fragen zum Thema Spurenstoffe im Grundwasser wenden Sie sich bitte per Mail an die Unternehmenskommunikation der Hessenwasser (info(at)hessenwasser.de).

  • Spurenstoffstrategie des Bundes (Policy Paper)
  • Arzneimittelspuren im Wasserkreislauf
  • Flyer "Medikamente gehören nicht in die Toilette"