Arbeiten für die 2. Riedleitung haben begonnen

Mitte Juli starteten in Rüsselsheim-Haßloch die Baumaßnahmen für die zweite Riedleitung. Sie wird erheblich zur Sicherung der Trinkwasserversorgung der Rhein-Main-Region beitragen, denn sie ist eine wichtige Ergänzung und Absicherung der Bestandsleitung. Die "1. Riedleitung" wurde Ende der sechziger Jahre errichtet und bringt heute über 40% des Trinkwassers für den Ballungsraum aus den Wasserwerken im Hessischen Ried. Der erste Bauabschnitt der neuen Riedleitung ist vier Kilometer lang und reicht von der Behälteranlage Haßloch bis zum sogenannten Bauwerk 42 in Raunheim. Dieses Teilstück durch den Rüsselsheimer Wald hat eine zentrale Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Ein Rohrbruch in diesem Abschnitt würde die Verfügbarkeit des Speichervolumens von 40.000 Kubikmetern Trinkwasser in der Behälteranlage unterbrechen.

 

 

Zur Vorbereitung der Trasse wird zuerst auf einem Bereich zwischen Mönchbruchstraße/Stockstraße bis 100 Meter nördlich der Unterquerung der B486 der Oberboden abgeschoben und neben der zukünftigen Rohrtrasse für die spätere Rekultivierung gelagert (siehe Video-Clip am Ende des Beitrags). Die Tiefbauarbeiten zur Rohrverlegung sollen dort Anfang September beginnen.

Ab Mitte August wird außerdem der Oberboden auf einem rund 300 Meter langen, nördlicheren Streifen abgetragen, um zu verhindern, dass sich Reptilien auf der späteren Bautrasse ein Winterquartier suchen. Für die Tiere, zum Beispiel Zauneidechsen, wurden bereits geeignete Ausweichs- und Rückzugsquartiere geschaffen – eine von vielen Maßnahmen, um Fauna und Flora zu schützen.

Mittel- bis langfristig soll die Riedleitung auf der ganzen Länge von 35 Kilometer verdoppelt werden. Die zweite Leitung sichert nicht nur die Versorgung im Fall einer längeren Störung auf der alten Riedleitung, die Nutzung zwei paralleler Leitungen bewirkt auch einen kleineren Transportwiderstand, was erhebliche Energieeinsparungen möglich macht.

Videoclip: Ein Bypass für die Lebensader der Rhein-Main-Region